Europameisterschaften der Masters in Eindhoven

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Vom 31.08. bis zum 07.09.2013 fanden in Eindhoven die Europameisterschaften der Masters statt. Insgesamt 9 Aktive der SG Delphin WAGO nutzten die Gelegenheit, mit kurzer Anreise internationale Wettkampfatmosphäre schnuppern zu können. Es handelte sich um eine Premiere: die erste internationale Masters-Veranstaltung, an der Aktive von SSV Wachtberg und ISV Bad Godesberg gemeinsam teilnahmen.

Die Hallenwettkämpfe wurden von Sonntag bis Freitag im Pieter van den Hogenband Zwemstadion ausgetragen, einem schönen und großen Sportkomplex mit Freibadbereich. Letzterer wurde durch die über 5000 Teilnehmer auch intensiv als Liege-, Ess- und Kommunikationsbereich genutzt.

A propos Teilnehmer: Die Bandbreite war riesig. Von den Über-90-Jährigen, die teilweise auf dem Startblock gestützt werden mussten, aber dann im Wasser erstaunlich schnell unterwegs waren, über Stars wie Inge de Bruin und Stev Theloke hin zu alten ISV-Bekannten wie Koon-Kiu Man und André Lennartz, die für ihre neuen Vereine nach Eindhoven gekommen sind – und dazwischen wir WAGO-Schwimmer: Doris, Marion, Ingo, Dean, Nils, Annika, Johanna, Stefan und Sebastian, begleitet von Peter Kruse und Bernhard Zinndorf.

Ein besonderes Highlight bei einem Wettkampf dieser Kategorie ist natürlich, dass man auch als Normalsterblicher einmal in den Genuss einer richtig ausgefeilten Wettkampforganisation kommt. Das begann schon bei der Startzeremonie: Im Außenbereich in der sogenannten Marshalling Area wurden alle Teilnehmer eines Laufes 10 Minuten vor dem Start aufgerufen und dann in Etappen über 5 verschiedene Stuhlreihen zum Becken gelotst. Weiter ging es mit dem Service, dass die persönlichen Dinge wie T-Shirt, Ausweis, Badelatschen am Start in einer Box gesammelt und dann zum Ausgang gebracht wurden. Ganz zu schweigen natürlich von der Technik: Zeitnahme, Anzeigetafel mit Namen, Live-Videoübertragung aus dem Becken, …

Nach dem Ende der Beckenwettkämpfe am Freitag zogen wir vom Hotel Koningshof in den nahe gelegenen Center Park um, wo wir einen 8-Personen-Bungalow gemietet hatten.

Am Samstag standen dann die 3 Kilometer im Freiwasser auf dem Programm. Austragungsort war der Eindhovener Kanal, eine alte, schnurgerade Schiffahrtsstraße, die im Zentrum von Eindhoven endet und kurzerhand zur Rennstrecke umfunktioniert wurde. Die Strecke war abwechslungsreich: Vom Start in einem Wald-/Naturgebiet ging es vorbei an industriell anmutenden Gefilden in immer städtischere Umgebung.

Start über 3 Kilometer im Kanal.

Für die Betreuer und Teamfotografen bestand die Herausforderung angesichts dieser Streckenführung darin, dass man – im Gegensatz zu normalen Wettkämpfen, bei denen ein Rundkurs mehrfach geschwommen wird – nicht an einem Ort bleiben konnte, sondern die komplette Schwimmstrecke am Ufer zurücklegte. Natürlich waren nicht alle Aktiven in der gleichen Startgruppe, sodass die Begleiter die gesamte Strecke 4-5-Mal zurücklegten.

Den Auftakt machte für die SG WAGO Stefan, der ein beeindruckendes Rennen lieferte und die 3 Kilometer in neuer Rekordbestzeit 39:51 Minuten absolvierte. Es folgten Johanna, Dean und Nils.

Nils berichtet von seinen Eindrücken

„Es war mein erster Schwimmwettkampf überhaupt, ich hatte aber schon Freiwassererfahrungen durch diverse Triathlons. Dort war ich aber immer mit Neo geschwommen. Die lange Wartezeit bis zum Start hat mich nervös gemacht. Auch die Frage: was esse ich vorher? war nicht leicht zu beantworten. Man soll ja nicht mit vollem Bauch schwimmen. Ein ausführliches Frühstück, 3 Cornys, 2 Schinkenbrötchen und 1 Gel waren ausreichend 😉

Nach der Wettkampfbesprechung (Hauptaussage: „Seid fair!“) gings ins Wasser. Erster Eindruck: brrrr, kalt…ich will nicht…Hilfe….brrrr kalt…(Wassertemperatur war 21 Grad). Dann zum Start schwimmen und sortieren. Da war es auch nicht mehr kalt, da nun genug Adrenalin im Körper war. Und schon ging es los. Die ersten Füße gesehen und dran geblieben. Kam mir aber zu langsam vor. Also zu den nächsten Füßen gesprintet und dran geblieben… wieder zu langsam. Also wieder zu den nächsten Füßen und das war scheinbar das richtige Tempo. Nach ca. 200-300m hatte ich die Füße und schwamm jegliches zick-zack mit. Orientierung im Kanal ist eigentlich nicht schwer, aber der Vordermann hatte wohl leichte Probleme. Wegen des Kanals konnte ich auch die „Supporter“ sehen und deren Rufe immer mal wieder hören. Das hat zusätzlich motiviert. Da ich die erste 500m Boje übersehen hatte, dachte ich immer ich müsste 500m mehr schwimmen. Bei ca. 2000m fing es an zu regnen, wovon man als Schwimmer im Laktatnebel nichts merkt – man sieht es aber an den Regenschirmen der Zuschauer.

Auf der Strecke habe ich mich auch die ganze Zeit gefragt, was Stefan meinte mit „Da sind kaum Pflanzen!“, da ich die ganze Zeit Grünzeug irgendwo hatte – gestört hat es mich aber nicht.

2013-09-07 15.11.07Über die ganze Strecke hatte ich also einen Wasserschattenmann, dessen Füße ich ab und zu berührte, so dass er wusste, dass ich hinter ihm bin. Hinter mir war auch jemand, da dieser an meinen Füßen „spielte“. Bei 2500m dachte ich, dass es noch 2000m sind (wegen der verpassten Boje) und konnte eigentlich nicht mehr. Aber die Supporter merkten wohl auch das und pushten mich weiterhin. Da ich am Morgen lange im Zielbereich gesessen hatte, bemerkte ich bei ca. 2700m, dass es doch nur noch 300m zu schwimmen sind. Kurz überlegt, wie lange ich „sprinten“ kann…“ca. 150m – also 2:30min“. Also bei 150 m vor dem Ende den Sprint angezogen. Als ich mit meinem Vordermann auf gleicher Höhe war, war auch mein Hintermann mit uns auf gleicher Höhe und auch ein vierter Schwimmer kam noch hinzu. So sind wir die 150m zu viert nebeneinander aufs Ziel zugesprintet. Mal war der eine einige cm vor, mal der andere. Auf den letzten 10m konnte ich aber nicht noch mal beschleunigen, so dass 2 vor mir und einer hinter mir blieb. Aber egal…ich war im Ziel. Total verausgabt war der erste Blick zur Anzeigetafel, aber da standen nur 48er Zeiten drauf. „Ah, Deine Zeit kommt erst gleich“, dachte ich. Aber der zweite Blick verriet, dass da tatsächlich Nils Wessing: 48:09 stand…für mich unglaublich.“

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